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Heimatwerk Grafschaft Glatz
Heimatwerk Grafschaft Glatz (ehem. Glatzer Visitatur)

Minoritenkirche Glatz

Ostergruß des Großdechanten
und des Vertriebenenbischofs

Ostergruß 2017
Auferstehung Christi, Tafel des Hohenfurther Altars (vor 1350) Repro: zeno.org

Liebe Grafschafter Landsleute
und uns Verbundene,

während ich diese Zeilen schreibe, habe ich noch nicht alle Briefe und Päckchen geöffnet, die mir am „Fest der Begegnung“ überreicht wurden. Ich bitte herzlich darum, die hier abgedruckten Worte des Dankes als „persönliches Dankeschön“ anzunehmen.

Ich schätze mich glücklich, so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um mich zu haben, die ein solches Fest ermöglicht haben. Ihnen allen danke ich für die Vorbereitung und Durchführung des Festes, für Ihre und eure Teilnahme. Trotz Fastenzeit war es bereits ein österliches Fest der Zuversicht und Hoffnung.

Ich danke für die vielen Briefumschläge zur Unterstützung der Grafschafter Arbeit, für alle Buchgeschenke, für die Erlöse der Kollekte zugunsten unserer Landsleute in der Mission, für die Sammlung in der Stadthalle zur Deckung der Miete und für alle Freundlichkeiten des Tages, angefangen vom großartigen Chor unter der Leitung von Georg Jaschke, dem Orchester unter der Leitung von Mona Veit und der Feier der Eucharistie mit Nuntius Erzbischof Dr. Erwin Ender, der eigens zu diesem Fest aus Rom gekommen war, sowie allen Mitwirkenden am Programm unter der bewährten Moderation von Michael Güttler.

Mir fallen nach diesem Ereignis in Münster-Hiltrup die Osterworte des verstorbenen Bischofs von Aachen, Dr. Klaus Hemmerle, ein und ich wünsche uns die Umsetzung dieser Worte in die Tat:

Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit,
in den Wunden bis zur Herrlichkeit,
im Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du
zu sehen vermögen.
Und dazu alle österliche Kraft.
Amen!

In Dankbarkeit
Ihr und euer Franz Jung, Großdechant

Ostern 2017

 

„Dein König reitet auf einer Eselin“

Ostergruß 2017
Passionsfenster des Erfurter Doms (nach 1370)

„Hoch zu Ross“ können wir uns einen König vorstellen, aber auf einer Eselin? Bei der Palmweihe am Palmsonntag hörten wir in diesem Jahr aus dem Matthäusevangelium das Zitat aus dem Buch Sacharja: „Dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig und er reitet auf einer Eselin“. Für das jüdische Volk von Jerusalem war es ein deutliches und verständliches Zeichen. Sie erkannten, dass Jesus der Retter und Messias sein will. Lange Zeit hatte sich Jesus schwer damit getan, so deutlich von seiner Berufung und Sendung durch den Vater im Himmel zu sprechen. In verborgener Sprache redete er vom „Menschensohn“ und verwendete Zitate des Propheten Jesaja, der vom „Gottesknecht“ sprach. Nun aber wollte er „Farbe bekennen“ im Zeichen und dann später auch vor Pontius Pilatus, als er auf dessen Frage „Bist du der König der Juden?“ antwortete: „Du sagst es.“

Am Osterfest freuen wir uns über diesen König, der in Demut auf der Eselin seinen Passionsweg begonnen hat und siegreich von den Toten auferstanden ist. Er geht wieder dorthin, von wo er gekommen ist, und hat durch seinen Weg in unserer Welt Himmel und Erde neu verbunden. Er hat einen Neuen Bund geschaffen, der nun bis zum Ende der Tage halten wird. Der Sohn Gottes wurde nicht in einem Königsschloss geboren und aufgezogen. Von Anfang an zeigt sich seine Liebe zu denen, die arm und klein sind. Auf einem Esel ritt er schon nach seiner Geburt bei der Flucht nach Ägypten und nun nimmt er noch einmal dieses Tier in seine Dienste, um das Besondere seiner Sendung auszudrücken: „Er ist friedfertig!“

Der Weg zum Leben wird allein durch die demütige Liebe möglich. Ostern können wir nicht sinngerecht feiern, wenn wir nicht auch die Botschaft des Palmsonntags, Gründonnerstags und Karfreitags hören und hinzuziehen. Aus diesem Grund hören wir wohl zugleich mit dem Bibeltext vom Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag immer auch die Passionsgeschichte.

Der Auferstandene trägt die Wundmale, an denen ihn die Jünger erkennen, als er sich am Auferstehungstag und den folgenden Tagen zeigt und bezeugt. So wird der Auferstandene für alle, die seelische Wunden durch Vertreibung und körperliche Wunden durch Schläge tragen zu einer Hilfe, sodass wir im Osterlied singen können:

„Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.“

(GL 329,2)

+ Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz
für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge

Ostern 2017

 

 

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